Sozialforum Göltzschtal
Auerbach, den 27.09.2010 Dr.Dorothea Wolff
Dagmar Baumgärtel
Mario Schöbel
Sprecher/innen
Pressemitteilung zur Erhöhung der
Regelleistungen
für Hartz IV-Empfänger
Die geplante Erhöhung der
Regelleistung um lediglich 5 € für Erwachsene hat uns
entsetzt. Sie bedeutet, dass in Partnerschaft lebende
Erwachsene (egal, ob verheiratet oder unverheiratet) statt
323 € künftig 328 € bekommen, die in den Medien
angegebene Erhöhung von 359 € auf 364 € gilt nur für
Allenstehende und Alleinerziehende.
Es ist unmöglich, dass der
Koalitionsentscheidung Berechnungen zugrunde liegen, die die
Forderungen des Verfassungsgerichtsurteils vom 09.02.2010
erfüllen. Immerhin haben die Richter eine große Anzahl von
Fehlern bei der damaligen Ermittlung konkret benannt,
Fehler, die ganz offensichtlich zu einer Absenkung der
rechtmäßigen Höhe der Regelleistung geführt haben. Völlig
unverständlich ist die Äußerung der Bundesministerin von
der Leyen, die Berechnung habe erwiesen, dass der bisherige
Regelsatz für Kinder und Jugendliche sogar zu hoch gewesen
sei: In einigen Bereichen, z.B. bei Kleidung und Schuhen,
sind die notwendigen Verbrauchsausgaben für Kinder und
Jugendliche sogar höher als bei Erwachsenen und nicht um
bis zu 40 % niedriger wie bei der derzeit gültigen
Regelung.
Wir protestieren auf das Schärfste
gegen den augenscheinlich verfassungswidrigen Beschluss der
Regierungskoalition! Wie bereits wiederholt vergeblich
gefordert, bestehen wir auf Einsicht in die
Ermittlungsunterlagen und Offenlegung der
Berechnungsmethoden. Diesen Anspruch leiten wir aus der
Forderung der Verfassungsrichter nach Transparenz des
Ermittlungsverfahrens ab.
Die Bemerkung der Bundeskanzlerin,
wichtiger als eine Erhöhung der Regelleistung sei, die
Arbeitslosen wieder in Arbeit zu vermitteln, können wir
angesichts des fehlenden Angebots an geeigneten
Arbeitsstellen nur als Hohn empfinden.
Dorothea Wolff
Dagmar Baumgärtel
Mario Schöbel
für ALI und Linkspartei
für IG Metall
für DGB
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